Förderung der kalten Kernfusion

(Beschluss vom 35. Landeskongress, Weinheim)

Die F.D.P.-Bundestagsfraktion wird aufgefordert, darauf hinzuwirken, daß drastisch mehr Finanzmittel in die Forschung der „Kernfusion“, der Energiequelle der Zukunft investieren werden. Die F.D.P. soll die Kernfusionsenergie endlich deutlich unterstützen.

Begründung:
Die Kernfusion ist die Energiequelle der Zukunft, denn mit ihrer Hilfe ist es möglich, mit z.B. nur 12 g Wasserstoff 300.000 MJ Energie zu erzeugen, soviel Energie, wie der gewaltige Hoover Damm in Colorado (USA) in einer ganzen Stunde (!) bei voller Leistung erzeugt. Anders ausgedrückt: aus nur 250 kg Brennstoff könnte 1 Gigawatt elektrischer Strom für die Dauer eines Jahres erzeugt und damit mehr als eine Million Menschen versorgt werden.
Der Rohstoff Wasserstoff ist auf der Erde in Form von Wasser fast unbegrenzt vorhanden und wird bei dieser Effizienz auch nicht verbraucht. Als „Abfallprodukt“ entsteht ebenfalls nur 12 g Helium, ein nichtreagierendes und daher ungefährliches Edelgas - das im Universum zweithäufigste Element - welches auf der Erde äußerst rar ist, da es wegen seiner geringen Atommasse so leicht ist, daß es aus der Atmosphäre entkommt. Da Helium aber als Raketentreibstoff, bei Luftschiffen, für Tieftemperaturforschung, als Medium für Laser etc. gebraucht wird, ist der „Abfallstoff“ der Kernfusion nicht nur nicht schädlich, sondern sogar ein industrieller Gewinn.
Die geringen Brennstoffinventare und das passive Verhalten - es kann keine nukleare Kettenreaktion geben - sind günstige Voraussetzungen für einen sicheren Betrieb eines Reaktors. Bei der Nutzung von Kernfusionsenergie entstehen, wie auch bei der Kernspaltungsanwendung, keine das Klima beeinflussenden Emissionen.
Die Kernfusion ist also in jeder Hinsicht der bisherigen Energiegewinnung revolutionär überlegen.
Es müssen Werkstoffe entwickelt werden, die der hohen Betriebstemperatur standhalten. Das Problem der Kernfusion war bisher, daß mehrere Millionen Grad Celsius nötig waren, um die Fusionsreaktion durchzuführen. Die durch diesen Vorgang gewonnene Energie war um ein vielfaches höher als die benötigte, doch stellte es ein Problem dar, solch hohe Temperaturen als Aktivierungsenergie zu erreichen und zwar war das nur durch thermonukleare Explosion möglich.
Theoretisch sind diese Fragen weitgehend gelöst. In der Praxis muß in großen Versuchsanlagen, wie der im Bau befindlichen Anlage Wendelstein 7-X in Greifswald, jedoch der Nachweis der physikalischen Funktionsfähigkeit erbracht werden. Dies kostet viel Geld. Dieses Geld muß endlich, soll diese sich auch gerade Deutschland und Europa bietende Chance nicht verschlafen werden, im Interesse der zukünftigen Generationen bereitgestellt werden.
Als Optimum der Kernfusion sollte die „kalte Kernfusion“ bei den Beriebstemperaturen von einigen tausend Grad Celsius angestrebt werden.
Gegenfinanziert werden könnte diese Zukunftsinvestition durch stringent degressive Gestaltung aller Kohlesubventionen (z.B.:10%ige Subventionskürzung p.a.)

Benjamin StrasserBenjamin Strasser
Stv. Landesvorsitzender für Programmatik

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