Integration und Toleranz – Für ein menschliches Zusammenleben


Neue Gesellschaft – alte Sitten

Die vielfältigen Veränderung in der Welt haben das Leben jedes einzelnen Individuums im 21. Jahrhundert geprägt und auf verschiedenartigste Weise die Gesellschaft beeinflusst. Schienen früher Entfernungen noch eine große Rolle zu spielen, hat das Computerzeitalter und die Entwicklungen auf dem Kommunikationssektor die Menschen enger zusammenwachsen lassen. Die Generation@ kennt keine Grenzen mehr, bricht mit herkömmlichen Regeln wie Ladenschlusszeiten oder Bankfeiertagen und nutzt alle Möglichkeiten, die sich ihr durch technische Neuerungen bieten. Die Globalisierung fördert die Ausdehnung und Erschließung internationaler Märkte, lässt kulturell verschiedenste Regionen zu Partnern werden und eröffnet weltweit vielfältige berufliche wie persönliche Chancen.

Ungeachtet davon bestehen zahlreiche Eigenheiten und Unterschiede in der Bevölkerung, welche nach wie vor zu mehr oder weniger starken Konflikten führen. So sind auch in der offenen Gesellschaft lang nicht alle Menschen gleich. Sei es die andere Hautfarbe, das andere Herkunftsland, die Sprache, die Bräuche, die sexuelle Orientierung, die Religion oder die Kultur, oder eine Behinderung, die einem Menschen zu eigen ist. Trotz äußerlich vertretener Toleranz sind die inneren Vorbehalte der Menschen untereinander existent.

Nicht selten ist die mangelnde Akzeptanz für Mitbürger Anlass für Ausschreitungen. Seien es zum einen Übergriffe im Inland auf Ausländer, auf Schwache, auf Randgruppen, seien es zum anderen Kämpfe zwischen Anhängern verschiedener Religionen oder sogar Terror- und Kriegshandlungen gegen Völker.

Das Eintreten für Toleranz unter der Bevölkerung, für gegenseitiges Verständnis und den gemeinsamen Dialog ist somit unerlässliche Grundlage, um ein menschliches Miteinander auf Dauer zu gewährleisten.


Gewährleistung der Freiheit

Die Freiheit ist mit das höchste Gut des Menschen und in Art. 2 II S2 GG geschützt. Natürlich kann sie nicht schrankenlos ermöglicht werden, sondern findet ihre Grenzen dort, wo sie mit der Freiheit des anderen und damit mit der Verantwortung für den anderen kollidiert. Die Sicherung der Freiheit und Verantwortung für den Einzelnen ist aber nicht ureigenste Aufgabe des Staates sondern fordert – wenn auch nicht verfassungsmäßig – den Beitrag jedes Einzelnen. Für die Jungen Liberalen muss jeder Mensch die Chance haben, seinen persönlichen Lebensentwurf zu realisieren. Dies gilt auch für Ausländer, die nach Deutschland kommen und sich entschieden haben hier zu leben.

Allerdings kann verlangt werden, dass man sich – auch als Fremder – der inländischen Werteordnung anpasst. Menschen, die sich in Deutschland aufhalten, sollten die hiesige Kultur akzeptieren und das Ziel haben, sich in ihr zurechtzufinden. Dabei müssen sie nicht ihre eigenen kulturellen Wurzeln aufgeben; Vielmehr soll ihnen die Möglichkeit gegeben werden, diese in Deutschland zu leben und zu gestalten. Damit tragen sie zu einem kulturellen Austausch und einer weltoffenen Gesellschaft bei. Sie müssen jedoch die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland, als die Säule ihrer Gesellschaft, vorbehaltlos akzeptieren und bereit sein, sich deren Grundsätzen unterzuordnen.

Ebenso wie von Ausländern gefordert wird, die Grundlagen unseres Zusammenlebens zu respektieren und zu achten, erwarten die Jungen Liberalen dass Deutsche die jeweilige Kultur ihrer Mitmenschen respektieren und achten.


Dialog mit den Religionen

Gerade unterschiedliche Glaubensrichtungen sind ein Auslöser von Konflikten. Während sich Ausschreitungen im Europäischen Raum noch überschaubar darstellen, sind sie im nahen Osten Ursprung lang andauernder blutiger Auseinandersetzungen und können nicht zuletzt sogar (mit-)ursächlich für Terrorismus sein.

Vor diesem Hintergrund ist es unerlässlich, sich mit den Inhalten der verschiedenen Religionen und Weltanschauungen kritisch auseinander zu setzen, ihre Zielsetzung zu kennen und ihr Weltbild zu verstehen. Nur der langfristige Dialog mit anderen Religionen und das Wissen um ihre Ursprünge wird letztendlich die Mithilfe an der Lösung und an der zukünftigen Vermeidung solcher Auseinandersetzungen ermöglichen. Die Jungen Liberalen fordern daher die Einführung eines Islam-Unterrichts an Deutschen Grundschulen. Dieser soll von in Deutschland ausgebildeten Lehrern in Deutscher Sprache abgehalten werden. Ausländische Abschlüsse können auf Antrag in Deutschland anerkannt werden. So erfahren fremde Religionen eine höhere Anerkennung und zugleich eine größere Transparenz gegenüber den inländischen Bevölkerung. Zugleich sollen auch Grundlagen über Glaubenskonflikte wie z.B. in Irland und die Auseinandersetzung im Nahen Osten eine adäquate Berücksichtigung in den Lehrplänen erhalten.

Um einen entsprechend qualitativ hochwertigen Unterricht anbieten zu können, Lehrern eine gute Ausbildung zu ermöglichen, und die staatlichen Kompetenzen sicherzustellen, fordern die Jungen Liberalen die Einführung eines Lehrstuhls im Fachbereich Islam-Religion. Nur so kann durch inländische Forschung mit der Weiterentwicklung dieser ausländischen Glaubensrichtung ein Austausch stattfinden.


Eliminierung von Rechtsradikalismus

Rechtsradikalismus ist besonders in Deutschland immer noch ein verbreiteter Brandherd für die Eskalation von Gewalt. Brutalste Anschläge auf Asylbewerber und Ausländerheime haben lange Zeit die Medien beherrscht, die Schlagzeile eines Übergriffs wurde durch die des nächsten abgelöst. Vielfältige Ursachen wie Jugendarbeitslosigkeit, mangelhafte Erziehung, Ziel- und Perspektivlosigkeit treiben besonders junge, sozial frustrierte Leute in das Netzwerk brauner Herrschaftsfanatiker.

Die Jungen Liberalen treten dafür ein, diesen Menschen den Weg zurück in die Demokratie zu ermöglichen. Zur Erreichung dieses Ziels fordern die Jungen Liberalen eine effektive Wirtschafts- und Steuerpolitik, welche den Wettbewerb fördert, Anreiz zu Investitionen gibt und so Arbeits- und Ausbildungsplätze schafft.

Zudem müssen kriminelle Straftaten im rechtsradikalen Millieu konsequent verfolgt und restriktiv gehandhabt werden.

Darüber hinaus fordern die Jungen Liberalen eine Kampagne zur Förderung der Zivilcourage. Die Ursachen des Rechtsradikalismus können und müssen durch die Gesellschaft selbst bekämpft werden. Neben der Freiheit trägt jeder Einzelne Mensch auch Verantwortung für seine Mitmenschen. Das Bewusstsein dafür laufend zu erneuern ist die zuförderst einem jeden Individuum obliegende Aufgabe. Nur wenn die Gesellschaft selbst zeigt, dass sie zu stark ist, um sich einschüchtern zu lassen, dass sie gleichzeitig aber auch offen ist, Gewalttätern die Chance zur Resozialisierung und viel wichtiger Hilfestellung für die Zukunft zu geben, kann ein friedliches Miteinader, ein Zusammenleben mit Toleranz und Menschlichkeit, garantiert werden.