Wissenschaft statt Angst: Nutzen wir die Chancen der grünen Gentechnik.

Grüne Gentechnik ist aufgrund ihrer Vorteile aus dem Alltag und der Lebensmittelindustrie nicht mehr wegzudenken. Auf der anderen Seite begegnen große Teile der Gesellschaft grüner Gentechnik mit Angst, sodass das „Ohne-Gentechnik“-Siegel für viele Sicherheit gegen ein diffuses Angstgefühl bietet. Die Jungen Liberalen Baden-Württemberg möchten dass diese Vorurteile abgebaut werden und grüne Gentechnik einen Rahmen erhält, in dem deren Chancen optimal genutzt werden können.

Gentechnik in der Öffentlichkeit

Die Politik ist in der Pflicht die Chancen und Risiken der Gentechnik in der Gesellschaft offen und transparent zu kommunizieren. Hierfür fordern wir insbesondere die Bundesregierung auf, die großen Potentiale wie die Reduzierung des Einsatzes von Herbiziden oder die Steigerung des Ertrags durch gentechnisch veränderte Pflanzensorten hervorzuheben. Auch muss das Thema grüne Gentechnik stärker als Linderungsmöglichkeit von Nahrungsmittelknappheiten und Mangelerkrankungen wie beispielsweise durch den Einsatz von Produkten wie „Golden Rice“ in Entwicklungsländern diskutiert werden.

Um Vorurteile abzubauen fordern wir eine stärkere schulische Auseinandersetzung: Finanziell geförderte Besuche von öffentlichen LifeSciencesLabs sollen Schülerinnen und Schülern  ermöglichen, die Grundlagen der Biotechnologie kennenzulernen. Über einen MINTpakt soll der Bund die Schaffung weiterer Labs im Umkreis von Schulen und an öffentlichen Einrichtungen finanzieren.

Gentechnik-Regulation in einem sinnvollen Maß.

Wir fordern, dass gentechnisch veränderte Pflanzen, wenn keine artfremde DNA eingebaut werden sollte, abweichend vom Gentechnikgesetz, nur eine vereinfachte Sicherheitsüberprüfung vor der Zulassung durch die EU-Lebensmittelbehörde EFSA durchlaufen sollen.

Bezüglich des Anbaus von gentechnisch veränderten Pflanzen in Deutschland fordern wir die gesetzlich festgelegten Abstände zwischen Feldern mit gentechnisch veränderten Pflanzen und den nächsten Feldern der gleichen Kulturart von 150 Metern auf maximal 100 Meter zu reduzieren, sofern die Pflanzen fortpflanzungsfähig sind. Für unfruchtbare Pflanzen sind sämtliche Mindestabstände aufzuheben. Die Bundesregierung soll nach Ansicht der Jungen Liberalen Heidelberg auf eine Harmonisierung in der Europäischen Union drängen.

Die Jungen Liberalen Baden-Württemberg fordern außerdem die Beibehaltung des bisherigen Standortregisters der Bundesregierung für Felder mit gentechnisch veränderten Pflanzen. Darüber hinaus halten wir die Schaffung eines entsprechenden Standortregisters für die gesamte Europäische Union für sehr wünschenswert. Gegenüber Straftaten, wie beispielsweise der Zerstörung von Versuchsfeldern durch Aktivisten, muss der Staat entschieden mit allen Mitteln des Rechtsstaats vorgehen.

Regelungen für die biotechnologische Industrie

Die Patentierbarkeit von Gensequenzen, welche isoliert werden können und einen gewerblichen Zweck haben (also beispielsweise die konkrete Anwendung für gentechnisch veränderte Samen, nicht aber die bloße Entdeckung von Genen) soll auch in Zukunft möglich sein.

Umgang mit Gentechnik-Produkten

Die Jungen Liberalen Baden-Württemberg fordern eine veränderte Kennzeichnungspflicht aller Lebensmittelprodukte. Die Kennzeichnung soll geschützt werden und bei Lebensmitteln nur im positiven Sinn erfolgen. Der Erzeuger bekommt die Möglichkeit, sein Produkt als „Gentechnikfrei“ zu bezeichnen, sobald er nachweisbar in allen Produktionsschritten und verwendeten Produkten auf Gentechnik verzichtet.