Aufstieg

Es gibt wenige Dinge im Leben, die so sehr beflügeln wie der persönliche Aufstieg. Doch leider bestimmt das Elternhaus in Deutschland immer noch viel zu oft, wie gut oder schlecht die Perspektiven auf bestimmte Bildungs- und Berufsabschlüsse stehen.

Als Junge Liberale wollen wir daran etwas ändern – wir wollen Chancengerechtigkeit für alle! Egal ob Kita, Schule, Uni oder Berufsschule: Wir wollen allen Menschen in unserem Land die bestmöglichen Rahmenbedingungen bieten, damit sie aus ihrem Leben das für sie persönlich Beste machen können.

Für uns ist nicht wichtig, woher du kommst
– sondern wohin du willst!

Darum setzen wir uns in unserem Wahlprogramm unter anderem für folgende Positionen ein:

1. KINDER FRÜHER FÖRDERN – VERPFLICHTENDER ORIENTIERUNGSPLAN!

Die frühkindliche Bildung ist zentrale Grundlage für ein späteres selbstbestimmtes und erfülltes Leben. Daher wollen wir Kindertagesstätten striktere Vorgaben machen und die Sprachförderung verbessern. Der Orientierungsplan für Bildung und Erziehung für die Baden-Württembergischen Kindergärten, herausgegeben vom Kultusministerium, gibt einen Rahmen für die in Kindertagesstätten zu erreichende Entwicklung von Kindern bis zur Schulfähigkeit vor.

In vielen Kindertageseinrichtungen wird dieser Orientierungsplan nicht eingehalten, da er nicht bindend ist. Das führt dazu, dass viele Kinder nicht adäquat gefördert werden. Deshalb wollen wir den „Orientierungsplan für Kindertageseinrichtungen in Baden-Württemberg“ verbindlich machen.

Zur pädagogischen Arbeit in diesen Feldern werden vom Orientierungsplan Impulse und Hilfestellungen für einen förderlichen Umgang mit den Kindern vorgegeben. Diese Impulsfragen wollen wir detaillierter gestalten, um den Erziehern einen konkreten und umsetzbaren Rahmen zur Förderung der Kinder zu geben. Mit der Intensiven Sprachförderung in Kindertagesstätten (ISK) werden jeweils 3-5 Kinder mit besonderem Sprachförderungsbedarf in einer Kleingruppe gezielt und individuell in ihrer Sprachentwicklung unterstützt.

Hierfür stehen pro Gruppe 120 Betreuungsstunden im Jahr zur Verfügung, die aus unserer Sicht viel zu knapp bemessen sind. Damit Kindern die notwendige Förderung geboten werden kann, wollen wir diese auf 200 Stunden pro Gruppe anheben. Zur Sicherstellung der Finanzierbarkeit soll sich das Land an den Kosten beteiligen.

2. DUALE AUSBILDUNG STÄRKEN!

Die Duale Ausbildung verknüpft schulische Bildung mit praxisorientiertem Wissen und vermittelt entsprechende Kenntnisse und Fertigkeiten. Das Erfolgsmodell der dualen Ausbildung muss beibehalten werden. Durch eine Modularisierung der Berufsbilder sollen zukünftig flexiblere Ausbildungsgänge angeboten werden können. Dazu soll mehr Flexibilität bei der Ausbildungsdauer möglich sein. Grundsätzlich wenden wir uns gegen einen Zeitgeist, der die Ausbildung als „Bildungsweg zweiter Klasse“ betrachtet. Ausbildung und Studium, wie auch die daraus folgenden Berufe, sind gleichermaßen wertvoll.

Die Haupt- und Werkrealschulen wollen wir zu Beruflichen Realschulen weiterentwickeln, indem ihr berufspraktisches Profil durch eine frühe und enge Anbindung an die beruflichen Schulen gestärkt wird. Die Vorteile einer dualen Ausbildung sollen an den allgemeinbildenden Schulen stärker in den Vordergrund rücken. Durch gesonderte Veranstaltungen, welche in das Fach „Gemeinschaftskunde“ integriert werden, sollte man den Schülern im Bereich Berufs- und Studienorientierung praxisnahe Anschauungen und Erfahrungen vermitteln. ,

Wir wollen möglichst wohnortnahe duale Ausbildungsangebote in der Fläche Baden-Württembergs erhalten, im Bereich der Berufsschulen freiwerdende Mittel dort belassen und daraus zusätzliche Angebote von der Fachgehilfenausbildung über die Gesellenausbildung bis zur Meisterausbildung schaffen.

Die Gleichwertigkeit beruflicher und akademischer Bildung ist uns ein zentrales Anliegen. Deshalb wollen wir das Aufstiegs-BAföG zur Förderung beruflicher Fortbildungen wie z. B. den Meister, Fachwirt oder Techniker weiter ausbauen.

3. HÖHERE BILDUNG GIBT ES NICHT ZUM NULLTARIF – MEHR MITTEL FÜR DIE HOCHSCHULEN BEREITSTELLEN.

Die Hochschulen des Landes Baden-Württembergs sind unterfinanziert. Marode Hörsäle, überfüllte Tutorien und Mitarbeiter die über Jahre hinweg mit halbjährlich befristeten Verträgen abgefrühstückt werden, sind Alltag an den meisten Institutionen. Die steigenden Studentenzahlen der letzten Jahre gingen nicht mit proportionalen Erhöhungen der Grundfinanzierung der Hochschulen einher. Deshalb fordern wir die Hochschulgrundfinanzierung in BadenWürttemberg bedarfsgerecht zu erhöhen, sodass die Hochschulen weiterhin qualitativ hochwertige Lehre und Forschung leisten können. Bei baurechtlichen Fragestellungen sollten Universitäten und Hochschulen mehr Rechte bekommen.

Für die Verbesserung der Lehre braucht es eine höhere Finanzierung des akademischen Mittelbaus sowie eine Beibehaltung der Betreuungsverhältnisse an den Hochschulen. Ebenso muss der Sanierungsstau an den Hochschulen abgeschmolzen werden. Darüber hinaus müssen die Mittel der Exzellenzinitative dynamisiert werden um den Universitäten Planungssicherheit zu ermöglichen und nachhaltige Forschungsplanung sicherzustellen.

Ebenso muss eine für die Hochschulen tragbare Lösung für die 2021 anstehenden Änderung der Umsatzsteuererhebung gefunden werden. Die höhere Steuerbelastung, die durch die Besteuerung von Leistungen anderer staatseigener Körperschaften, die die Hochschulen in Anspruch nehmen (Kooperationen mit Max-Planck-, Helmholtz und Frauenhoferinstituten oder Universitätskliniken), entsteht muss kurzfristig vollumfänglich vom Land Baden-Württemberg ausgeglichen werden. Langfristig muss eine gemeinsame Lösung mit dem Bund gefunden werden.

4. AUSBILDUNG, STUDIUM UND ARBEIT ERMÖGLICHEN!

Auch Schutzsuchende sollen die Chance auf einen Ausbildungs-, Studien- oder Arbeitsplatz haben. Dadurch wird es für sie leichter, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen und finanziell für sich selbst zu sorgen. Daher wollen wir jugendliche Schutzsuchende und ihre Eltern oder Vormünder über das Berufsausbildungssystem und das Studium informieren und beraten lassen. Dabei ist darauf einzugehen, welche Anforderungen an Auszubildende und Studierende gestellt werden und welche Chancen sie nach den jeweiligen Abschlüssen haben. Vorübergehenden Humanitären Schutz einführen!

Über den Bundesrat wollen wir die Einführung eines eigenen Rechtsstatus für Kriegsflüchtlinge befördern – den Vorübergehenden Humanitären Schutz.Nach Identitätsfeststellung und Sicherheitsüberprüfung soll hierbei ein Aufenthaltsstatus gewährt werden, der mit Ende des Krieges erlischt. In der Regel erfolgt danach die umgehende Rückkehr ins Heimatland. Kriegsflüchtlinge erhalten die sofortige Arbeitserlaubnis ohne Beschränkungen sowie volle Integrationshilfen.

5. DEUTSCH- UND INTEGRATIONSKURSE GEBEN!

Wir halten bei Migranten ohne ausreichende Deutschkenntnisse eine frühe Teilnahme an Deutsch- und Integrationskursen für sinnvoll. Die Hürden dafür sollten nicht weiter erhöht, sondern gesenkt werden. Wir fordern daher, dass Schutzsuchenden nach der Registrierung in der zugewiesenen Erstaufnahmeeinrichtung zumindest einen Basis-Deutsch- und Integrationskurs anzubieten. Nach Möglichkeit werden Kurse angeboten, deren Niveau sich am zuvor erhobenen Bildungsstand orientiert. Die Deutsch- und Integrationskurse sind verpflichtend auszugestalten.

Dabei ist auf diejenigen Rücksicht zu nehmen, die einer Ausbildung, einem Studienvorbereitungsprogramm, einem Studium oder einer Arbeit nachgehen. Es muss sichergestellt werden, dass Kinder während der Kurszeiten betreut werden; dies kann auch durch die Einrichtung von Eltern-Kind-Kursen geschehen. die Kurse für die Schutzsuchenden gebührenfrei anzubieten. am Ende der Kurse jeweils ein Zeugnis auszustellen. Die erworbenen Sprachkenntnisse sind nach den Vorgaben des Gemeinsamen europäische Referenzrahmens für Sprachen (CEFR) zu zertifizieren, sofern der Kursteilnehmer das Niveau A2 erreicht oder überschreitet. Ziel des Deutschkurses soll das Sprachniveau B2 sein.

Unsere Forderungen überzeugen dich?

Dann wähle am 14. März 2021 bei der Landtagswahl Freie Demokraten und werde Mitglied bei den Jungen Liberalen!