Wir sind jung und wir sind frei!

Wir sind davon überzeugt, dass jeder Mensch sein Leben so leben soll, wie er oder sie es möchte. Der Weg zu einer offenen Gesellschaft kann nur mit gegenseitiger Toleranz und Begegnungen auf Augenhöhe geschaffen werden. Dafür muss sich in den verschiedenen Lebensbereichen etwas ändern.

Unsere Ideen für mehr Toleranz und Offenheit in unserer Gesellschaft sind dabei unter anderem:

FÜR TOLERANZ UND GLEICHBERECHTIGUNG VON LSBTI IM LÄNDLE

Wir stehen für Vielfalt und Wertschätzung in der Gesellschaft. Homo-, Bi-und Transphobie sind absolut zu verurteilen. Sie sind der Boden, auf dem Gewalt und Diskriminierung gedeihen. Der in weiten Teilen halbherzige und durch die grün-schwarze Landesregierung finanziell gekürzte Aktionsplan der Landesregierung muss ausgebaut und durch konkrete Maßnahmen ergänzt werden. Wir unterstützen Aufklärungs- und Toleranzprojekte in den Schulen und der Jugendarbeit. Die bestehenden Bildungspläne begrü.en wir, fordern aber eine konsequentere Umsetzung, die mit einem Angebot an Fortbildungen für Lehrkräfte begleitet werden muss.

Zusätzliche ehrenamtliche Aufklärungsprojekte sollen vom Land aktiv gefördert werden. Ehrenamtliche Initiativen leisten unter anderem einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung, helfen LSBTIs bei ihrem Outing und sollen von der Landesebene finanziell stärker gefördert werden. Wissenschaftliche Projekte zur Aufarbeitung des Paragraphen 175 müssen vom Land verstärkt gefördert werden, auch um mehr Verfolgte zu einer Entschädigung zu verhelfen. Baden- Württemberg soll im Bundesrat die Initiative zur Erweiterung von Artikel 3, 3 GG um die sexuelle Orientierung, sowie zur Aufhebung des Blutspende-Verbots ergreifen. Ämter und Behörden müssen insbesondere bei Asylverfahren für den Umgang mit LSBTI geschult sein, damit Baden-Württemberg der besonderen Schutzbedürftigkeit von LSBTI-Geflüchteten gerecht wird.

BETÄUBUNGSMITTEL LEGALISIEREN!

Der Kampf gegen Drogenkonsum durch staatliche Repression ist endgültig gescheitert. Es ist an der Zeit, neue Wege in der Suchtprävention zu gehen. Wir streben daher langfristig die Legalisierung aller Drogen an. Durch eine geregelte Abgabe von Betäubungsmitteln werden Konsumenten vor Verunreinigungen geschützt, Süchtigen kann im Bedarfsfall problemlos geholfen werden und Jugendschutz endlich durchgesetzt werden. Darüber hinaus führt eine Drogenlegalisierung zur Entstehung von legalen Arbeitsplätzen, der Staat generiert Steuereinnahmen und nicht zuletzt kann dadurch Kriminalität effektiv bekämpft werden bei gleichzeitiger Entlastung von Polizei und Justiz.

Zunächst setzen sich die Jungen Liberalen Baden-Württemberg daher für eine umfassende Legalisierung von Cannabis ein. Dazu wollen wir, dass sich ganz Baden-Württemberg für ein Modellprojekt zur Cannabislegalisierung zur Verfügung stellt.

FEIERTAGE FEIERN!

Religiöse Feiertage, die keine gesamtgesellschaftliche Relevanz mehr haben, sollen nicht mehr gesetzlich vorgeschrieben werden. Insbesondere sind hier Fronleichnam, Christi Himmelfahrt und Allerheiligen gemeint, die unbestreitbar nicht mehr von der Mehrheit der Landesbevölkerung praktiziert werden. Als Alternativen kommen für uns etwa der 27. Januar als Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, der 8. Mai als Tag der Befreiung, der 9. Mai als Europatag, der 24. Mai als Tag des Grundgesetzes und der 17. Juni als Tag des Aufstandes gegen das SED-Unrechtsregime in Betracht. Die sogenannten stillen Tage und das daran geknüpfte Tanzverbot wollen wir abschaffen.

VERFASSUNG IST FÜR ALLE DA!

Des Weiteren setzen wir uns für eine Reformierung der Landesverfassung ein, um religiöse Bezüge, insbesondere die bestehenden Verweise auf Gott und das Christentum, zu entfernen.

KONFESSIONELLEN RELIGIONSUNTERRICHT ABSCHAFFEN

Wir fordern, den kofessionellen Religionsunterricht zugunsten eines allgemein verbindlichen Ethikunterrichts abzuschaffen. Dessen Aufgabe soll darin bestehen, Mündigkeit gegenüber Religionen und Wissen über philosophische Fragestellungen dogmenfrei zu vermitteln.

RELIGIONSNEUTRALE ANDACHTEN STATT SCHULGOTTESDIENSTEN!

An baden-württembergischen Schulen ist es üblich, mehrmals im Jahr ökumenische Schulgottesdienste abzuhalten. Wir möchten diese Schulgottesdienste an staatlichen Schulen gegen religionsneutrale Andachten ersetzen, bei denen die ethischen Grundlagen unseres Zusammenlebens und unserer Verfassung vermittelt werden sollen. Diese Andachten sollen in religionsneutralen Räumlichkeiten wie beispielsweise Schulaulen stattfinden. Für die Umsetzung sollen zunächst Lehrkräfte mit fachlicher Expertise zusätzlich geschult und beauftragt werden. Im Weiteren sollen Rückmeldungen von Schulen eingeholt werden und besonders gute Konzepte nach der best practice Methode zwischen den Schulen weitergegeben werden.

DISKRIMINIERUNGSVERBOT IN DIE LANDESVERFASSUNG AUFNEHMEN!

Nach Vorbild des Grundgesetzes wollen wir das Verbot staatlicher Diskriminierung in die Landesverfassung aufnehmen. Dabei wollen wir die Kategorien um die sexuelle Orientierung erweitern.

OPEN SCIENCE!

Wir bekennen uns im Bereich der öffentlichen Wissenschaft zu den Prinzipien von „Open Science“. Angewandte Methoden und Prozesse sollen praktikabel und relevant dokumentiert werden, sodass sie (für Fachleute) nachvollziehbar sind. Es soll quelloffene Hard- und Software verwendet werden, um die Wiederholung der Methoden gewährleisten zu können. Alle erhobenen Daten sollen frei zur Verfügung gestellt werden. Publikationen sollen frei zugänglich und für jeden nutzbar sein. Die Qualitätssicherung der Erkenntnisse soll durch transparente und unabhängige Verfahren sichergestellt werden.

Dabei ist der hohe Stellenwert der Wissenschaftsfreiheit aus unserem Grundgesetz zu beachten. Handlungsspielräume bestehen insbesondere bei den Kriterien für die Vergabe projektbezogener Fördermittel. Offene Publikationsplattformen sind bei gleichwertiger Qualitätssicherung als ebenbürtige Alternative zu klassischen Formaten anzusehen.